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Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Familienberatung?

  • Christina Brüggemann
  • vor 4 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Viele Menschen, die später eine Beratung in Anspruch nehmen, sagen rückblickend einen ähnlichen Satz: „Eigentlich habe ich schon lange gespürt, dass wir Unterstützung gebrauchen könnten.“

Und trotzdem dauert es oft Monate – manchmal Jahre – bis dieser Schritt gegangen wird. Warum? Weil die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt verunsichert.


„So schlimm ist es doch noch nicht …“, sagt vermutlich eine innere Stimme.


Eine der häufigsten Gedanken ist:

Andere haben größere Probleme als wir.

Das bekommen wir schon wieder alleine hin.

Vielleicht legt sich das von selbst.


Diese Gedanken sind verständlich. Familie bedeutet Verantwortung, und viele möchten erst einmal selbst Lösungen finden. Doch Beratung ist nicht erst dann sinnvoll, wenn nichts mehr geht (dies gilt insbesondere dann, wenn der Erschöpfungsgrad schon sehr hoch ist).

Der richtige Zeitpunkt ist selten ein klarer Moment. Er zeigt sich eher in kleinen, wiederkehrenden Zeichen.


Mögliche Hinweise, dass Unterstützung guttun könnte


Jede Familie ist anders. Dennoch begegnen mir in der Beratung bestimmte Situationen immer wieder:

  • Gespräche enden häufig in Streit oder Rückzug

  • Die gleichen Konflikte tauchen immer wieder auf

  • Erschöpfung, Überforderung oder Hilflosigkeit nehmen zu

  • Entscheidungen fühlen sich dauerhaft falsch oder blockierend an

  • Es fehlt der Blick von außen, um klarer zu sehen


Dabei geht es nicht um Schuld oder Versagen. Oft geht es einfach darum, dass bisherige Lösungen nicht mehr hilfreich sind.


Beratung heißt nicht: Es ist alles falsch


Ein verbreitetes Missverständnis ist, dass Beratung bedeutet, etwas sei „gescheitert“. Meine Erfahrung zeigt das Gegenteil. Beratung wird häufig dann gesucht, wenn Menschen Verantwortung übernehmen möchten – für sich selbst, für ihre Beziehung oder für ihre Familie. Sie ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Aufmerksamkeit.

Manchmal reicht es schon, die eigenen Gedanken zu sortieren. Manchmal hilft es, Muster zu erkennen, die man allein kaum sehen kann. Und manchmal entsteht Entlastung einfach dadurch, gehört zu werden.


Ein Gedanke zum Abschluss

Sie müssen nicht warten, bis es „schlimm genug“ ist. Beratung darf auch präventiv sein, klärend, sortierend.

Manchmal ist der richtige Zeitpunkt genau dann, wenn man sich erlaubt zu sagen:

Ich hätte gern einen anderen Blick darauf.


Herzliche Grüße Christina Brüggemann

 
 
 

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